Die Beijing Auto Show 2026 wurde am 24. April offiziell eröffnet und hat bereits Geschichte geschrieben. Mit einer rekordverdächtigen Ausstellungsfläche von 380,000 Quadratmetern – der größten aller Automobilmessen weltweit – präsentiert die diesjährige Veranstaltung 1,451 Fahrzeuge, darunter 181 Welt- oder China-Premieren und 71 Konzeptfahrzeuge. Alle diese Zahlen stellen einen deutlichen Anstieg gegenüber der vorherigen Automesse in Peking dar. Die Botschaft ist klar: Die Beijing Auto Show 2026 ist nicht mehr nur eine regionale Veranstaltung – sie ist das unbestrittene globale Epizentrum der Automobilindustrie. Einheimische Marken haben die Bühne fest im Griff. Wenn auf der letzten Automesse in Peking die chinesischen Marken erstmals ins Rampenlicht traten, haben sie in diesem Jahr die Bühne vollständig für sich beansprucht. Da einheimische Marken mittlerweile über 60 % des chinesischen Automobilmarktes ausmachen, spiegelt sich diese Dominanz auch in der Größe ihrer Ausstellung und ihrer Produktpalette auf der Messe wider. Die großen staatlichen Automobilkonzerne – Dongfeng, Changan, BAIC, SAIC und GAC – haben allesamt eine Reihe neuer Modelle vorgestellt. Zu den Höhepunkten zählte: Changan Auto nutzte die Messe, um seinen „Haina Baichuan Plan 2.0“ und zwei neue globale HEV-Modelle vorzustellen: den Eado Blue Whale Super Engine der neuen Generation und den CS75PLUS Blue Whale Super Engine. Changan-Chef Zhu Huarong setzte ehrgeizige Ziele: 2.4 Millionen verkaufte NEVs und 1.5 Millionen Fahrzeugverkäufe im Ausland bis 2030. Geely Auto belegte mehr als die Hälfte einer Halle; Zeekr, Lynk & Co., Geely Galaxy und Geely China Star nahmen alle teil. Das Unternehmen präsentierte eine vollständige Palette von Fahrzeugen mit reinem Elektroantrieb, Hybridantrieb, Methanolantrieb und Verbrennungsmotor. Geely präsentierte außerdem bahnbrechende Technologien wie Super Eva, Qianli Haohan G-ASD 4.0, die Festkörperbatterie Shenjin und Chinas ersten selbst entwickelten Robotaxi-Prototyp – das Eva Cab. Li Xiang, Gründer, Vorsitzender und CEO von Li Auto, kehrte zur Beijing Auto Show zurück und enthüllte das kommende Flaggschiff Li Auto L9 Livis (geplanter Marktstart im Mai), einen wichtigen Konkurrenten auf dem hart umkämpften Markt der Flaggschiffe der „9er-Serie“. XPeng, das sich seit seiner Umbenennung von „XPeng Motors“ erstmals auf einer großen A-Level-Messe präsentierte, zeigte nicht nur das Flaggschiff GX, sondern auch fliegende Autos und Robotaxis – und bot damit eine breitere Ausstellung als viele Konkurrenten. Auch andere wichtige inländische Hersteller – BYD, Chery, NIO, Xiaomi und Leapmotor – sind vertreten. BYD und Cheri belegen wieder einmal ganze Hallen. Xiaomi präsentiert sein Konzeptfahrzeug Xiaomi Vision Gran Turismo zum ersten Mal auf einer heimischen Automobilmesse, während NIO einen historischen Meilenstein erreicht: Alle drei Marken des Unternehmens – NIO, ONVO und Firefly – treten zum ersten Mal gemeinsam auf. Führende ausländische Marken verstärken ihr Engagement in China Trotz sinkender Marktanteile haben die führenden ausländischen Automobilhersteller auf der Beijing Auto Show 2026 ihr Engagement für China mit neuen Lokalisierungsstrategien bekräftigt. Mercedes-Benz-Chef Ola Källenius erklärte: „Bis 2027 wird Mercedes-Benz über 40 neue Modelle mit verschiedenen Antriebsarten auf den Markt bringen, darunter sieben speziell für den chinesischen Markt entwickelte Modelle.“ Der vollelektrische GLC SUV und die neue Generation der S-Klasse – entwickelt mit dem Einhorn-Unternehmen für autonomes Fahren Momenta – feierten auf der Messe ihre Premiere. BMW hob außerdem seine Strategie „In China, für China, gemeinsam mit China voran“ hervor und präsentierte zahlreiche neue Produkte, die in Zusammenarbeit mit lokalen Technologiegiganten wie AutoNavi, Alibaba und Huawei entwickelt wurden. Der Vorstandsvorsitzende des Volkswagen-Konzerns, Oliver Blume, formulierte es noch deutlicher: „China ist der Kern der globalen Transformation von Volkswagen und ein wichtiger Eckpfeiler für das Erreichen unserer globalen strategischen Ziele.“ Der Konzern plant, 2026 über 20 NEV-Modelle in China einzuführen und die Zahl bis 2030 auf rund 50 zu erhöhen, darunter etwa 30 rein elektrische Modelle. Auf der diesjährigen Messe präsentierte VW vier neue Fahrzeuge, darunter den ID.AURA T6 und den E7X – Audis ersten vollelektrischen großen SUV, der speziell für China entwickelt wurde. Toyota und Nissan präsentierten außerdem ihre neuesten lokal gefertigten NEVs – den GAC Toyota Bozhi 7 und den Dongfeng Nissan NX8 –, die beide in Zusammenarbeit mit Huawei, Horizon Robotics und anderen chinesischen Technologieunternehmen entwickelt wurden. Eine willkommene Rückkehr: Beijing Hyundai und Dongfeng Peugeot-Citroën Zwei Joint Ventures feierten nach langer Abwesenheit ein überraschendes Comeback auf der Beijing Auto Show 2026. Dongfeng Peugeot-Citroën (DPCA) kehrte nach drei Jahren erstmals wieder auf eine heimische Messe der A-Klasse zurück und präsentierte dort die neuesten elektrifizierten Produkte seiner Marken Citroën und Peugeot. Beijing Hyundai meldete sich nach dem Verpassen zweier wichtiger chinesischer Automobilmessen im Jahr 2025 zurück und kündigte eine neue Markenstrategie an. Die Marke IONIQ von Hyundai wurde offiziell in China eingeführt, wobei das erste Serienmodell auf der Messe seine Weltpremiere feierte. Der Aufstieg des Lieferketten- und Technologie-Ökosystems Die Beijing Auto Show 2026 dreht sich nicht nur um Automarken – sie ist auch eine riesige Bühne für Hunderte von Lieferketten- und Technologieunternehmen. Wichtige Akteure wie CATL, Horizon Robotics, Momenta, WeRide, KargoBot, Freetech, OuYee Semiconductor, Bosch, SenseAuto und Sunwoda sind alle aktiv beteiligt. Chinesische Unternehmen entlang der Lieferkette haben ihren Ausstellungsumfang deutlich erhöht und damit die Stärke und Vitalität der chinesischen Wertschöpfungskette für Elektrofahrzeuge unterstrichen. Dieser Trend zur „Komplett-Null-Ko-Ausstellung“ zeigt, dass die Lieferkette nicht mehr nur ein unterstützender Akteur ist – sie ist ein zentraler Treiber der Innovation. Darüber hinaus nutzen viele ausländische Marken mittlerweile chinesisches Know-how, um ihre China-Strategien voranzutreiben. Mercedes-Benz, BMW, Beijing Hyundai und SAIC-GM kooperieren alle mit chinesischen Unternehmen für autonomes Fahren wie Momenta. Audi und Toyota arbeiten eng mit Huawei und Xiaomi zusammen. Das ist ein klares Zeichen: Um in China wettbewerbsfähig zu sein, müssen globale Automobilhersteller lokale Technologien nutzen. Abwesenheiten erzählen eine Geschichte von Marktturbulenzen Wie immer auf der Beijing Auto Show 2026 sagt die Abwesenheit genauso viel aus wie die Anwesenheit. Ultra-Luxusmarken wie Lamborghini, Rolls-Royce und Bentley – die alle auf der vorherigen Automesse in Peking vertreten waren – fehlen dieses Jahr. Branchenkenner verweisen auf den rasanten Aufstieg der Elektrifizierung und der hochwertigen chinesischen Eigenmarken, die den Wettbewerb verschärft und den chinesischen Verbrauchern mehr Auswahlmöglichkeiten als je zuvor geboten haben. Andere ausländische Marken wie Chevrolet, Kia, Genesis, Polestar und Daolang fehlen ebenfalls, wahrscheinlich aufgrund schlechter Verkaufszahlen in China. Unter den Anbietern neuer Energien fehlen Yuanhang, Neta, Jiyue, Feifan und Skywell – die meisten kämpfen mit Finanzkrisen oder Umstrukturierungen. Neue Kräfte entstehen: Frische Gesichter bei den Olympischen Spielen 2026 in Peking. Doch für jede Marke, die verschwunden ist, sind neue aufgetaucht, um ihren Platz einzunehmen. Mehrere Marken feiern ihr Debüt auf der Beijing Auto Show: Fazit: Peking ist jetzt die globale Hauptbühne der Automobilindustrie. Die Beijing Auto Show 2026 ist weit mehr als eine Ausstellung. Es ist ein Spiegelbild des rasanten Wandels der globalen Automobilindustrie. Von einheimischen Marken, die sich fest an die Spitze setzen, bis hin zu ausländischen Giganten, die mit lokaler Technologie verstärkt auf China setzen; von einem leistungsstarken Lieferketten-Ökosystem, das im Mittelpunkt steht, bis hin zum ständigen Kommen und Gehen alter Marken – eines ist sicher: Peking ist zur Hauptbühne geworden, auf der die Zukunft der globalen Automobilindustrie gestaltet wird. Was begeistert