Umweltfreundlicher Transport: Elektrofahrzeuge unterstützen Ghanas Initiative für nachhaltigen Transit

Ghana möchte die Nutzung von Elektrofahrzeugen fördern, doch die fehlende Infrastruktur behindert diese Entwicklung, schreibt Philip Akrofi Atitianti.

Angesichts der wachsenden Bedrohung durch den Klimawandel sind Elektrofahrzeuge aufgrund der Suche nach nachhaltigem Transport eine attraktive Alternative zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Ghana weist eine der höchsten Verbreitungsraten von Elektrofahrzeugen auf, und der Markt wird von chinesischen Marken dominiert.

Die wachsende Attraktivität chinesischer Elektrofahrzeuge in Ghana erklärt sich zum Teil durch ihre vergleichsweise niedrigen Kosten. Zudem bestehen Partnerschaften mit führenden lokalen Unternehmen wie SolarTaxi und Kofa. SolarTaxi importiert die für die Montage von Elektro-Zwei- und Dreirädern, Bussen und Kleinwagen benötigten Teile von chinesischen Elektrofahrzeugherstellern wie BYD, Cherry und Dongfeng. Kofa beliefert in Partnerschaft mit der TAILG Group den ghanaischen Markt mit dem Motorrad Jidi.

Trotz der vielversprechenden Zukunft der Elektromobilität in Ghana stehen erhebliche Herausforderungen im Weg. Umweltbedenken sprechen zwar für die Einführung von Elektrofahrzeugen, für den durchschnittlichen ghanaischen Käufer spielen sie jedoch kaum eine Rolle. Aktuelle Studien zeigen, dass die wichtigsten Kriterien für Ghanaer beim Kauf eines Elektrofahrzeugs die Verfügbarkeit von Ladeinfrastruktur und Reparaturwerkstätten sind. Diese Infrastrukturanforderungen müssen berücksichtigt werden, damit der ghanaische Markt für Elektrofahrzeuge sein volles Potenzial entfalten kann.

Status der Lade- und Wartungsstationen für Elektrofahrzeuge
Ende 2023 waren in Ghana rund 17,000 Elektrofahrzeuge im Umlauf, darunter etwa 1,000 vierrädrige Elektrofahrzeuge. Die meisten Nutzer von Elektrofahrzeugen laden ihre Fahrzeuge hauptsächlich über Heimladegeräte auf, ergänzt durch eine begrenzte Anzahl öffentlicher Ladestationen. Trotz des Plans der Regierung, bis 2028 1,000 Ladestationen zu installieren, ergab ein UNDP-Bericht aus dem Jahr 2024, dass es in Ghana nur sieben öffentliche Ladestationen gibt, die sich alle in Accra befinden. Kürzlich hat Charge Express, ein lokales Unternehmen für Elektrofahrzeuge, ebenfalls in Accra eine Ladestation mit vier zusätzlichen Anschlüssen installiert. Selbst in der Hauptstadt sind diese Ladestationen nicht weit genug verteilt, um den über die verschiedenen Stadtteile Accras verstreuten Nutzern einen einfachen Zugang zu ermöglichen. Daher bleiben Heimladegeräte für die meisten Nutzer von Elektrofahrzeugen die primäre Ladequelle, was die Reichweite der Fahrzeuge und damit ihren Nutzen einschränkt.

Der aktuelle Zustand öffentlicher Ladestationen macht Reisen außerhalb von Accra praktisch unmöglich. In Ghana können sich Elektroauto-Nutzer bestenfalls innerhalb der Hauptstadt bewegen. Die meisten Elektrofahrzeuge auf Ghanas Straßen sind Zwei- und Dreiräder, die hauptsächlich für Lieferdienste sowie den Personen- und Gütertransport eingesetzt werden. Um die Effizienz dieser Dienste zu gewährleisten, benötigen Nutzer einen einfachen Zugang zu öffentlichen Ladestationen oder Batteriewechselstationen.

Obwohl etwas teurer als das Laden zu Hause, ist das öffentliche Laden für Nutzfahrzeuge und lange Fahrten sowie für zukünftige Elektrofahrzeugbesitzer, die keine Ladestationen zu Hause installieren können, unerlässlich. Die hohen Stromkosten für Haushalte und Unternehmen in Entwicklungsländern wie Ghana könnten öffentliche Ladestationen zudem zu einer relativ erschwinglichen Option machen. Dies ist auf Skaleneffekte zurückzuführen, da die Infrastrukturkosten auf viele Nutzer und Ladevorgänge verteilt werden, was zu niedrigeren Stückkosten führt. Diese Finanzierung ist besonders vorteilhaft, wenn sie über Mischfinanzierungsprogramme erfolgt, darunter öffentlich-private Partnerschaften, Konzessionen und öffentlich-private Partnerschaften.

Ghana hat derzeit mit Problemen bei der Stromversorgung zu kämpfen, insbesondere außerhalb der Großstädte. Solaranlagen sind zwar eine vielversprechende Energiequelle für Elektrofahrzeuge, doch ohne staatliche Unterstützung und langfristige Investitionen ist ihre Skalierbarkeit ungewiss. Daher können staatliche Maßnahmen, die Verbraucher von den Kosten für die Umstellung auf Elektrofahrzeuge befreien, den Umstieg auf Elektrofahrzeuge fördern. Im Jahr 2024 schlug das ghanaische Finanzministerium achtjährige Importbefreiungen für die lokale Montage von Elektrofahrzeugen und die Einfuhr von Elektrobussen für den kommerziellen öffentlichen Verkehr vor. Diese Maßnahme wurde bisher nicht umgesetzt.

Der Wartungsmarkt hinkt noch hinterher.

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