Kurz gesagt: Der Nissan N6 ist eine Mittelklasse-Plug-in-Hybrid-Limousine, die vom Joint Venture Dongfeng-Nissan entwickelt wurde. Dieser letzte Punkt ist wichtig – es handelt sich um ein in China gebautes Auto mit japanischem Logo, nicht um ein aus Japan importiertes Fahrzeug. Für Händler außerhalb Chinas ist genau das das entscheidende Verkaufsargument.
Außenansichten
Er gehört zur Mittelklasse der Limousinen. Lang genug. Die Dachlinie bleibt niedrig, ohne sich auf eine ausgeprägte Coupé-Form festzulegen, was mir persönlich sehr gefällt. Nissans aktuelles Kühlergrilldesign findet sich vorne wieder. Man wird ihn irgendwann nicht mehr mit dem alten Sylphy vergleichen, sobald man die Proportionen in natura sieht – Fotos geben die Präsenz nicht annähernd so gut wieder.
Die Felgengrößen sind für dieses Segment großzügig bemessen. Eine 18- oder 19-Zoll-Felge füllt den Radkasten so aus, wie es im Ausstellungsraum erwartet wird – ein kleines Detail, das Käufern sofort auffällt. Voll-LED-Beleuchtung vorne und hinten. Das Tagfahrlicht ist so markant, dass es auf den ersten Blick erkennbar ist, was in dieser Preisklasse entscheidend ist. Die Lackierung ist eher dezent – Silber, Schwarz, Weiß, ein dunkles Blau oder ähnliche Farben. Nichts Auffälliges. Das spielt zwar keine große Rolle, wenn Ihr Markt kräftigere Farben bevorzugt, aber Exportkäufer gehen in der Regel auf Nummer sicher.
Interieur
Unten abgeflachtes Lenkrad, breiter zentraler Bildschirm. So sieht die Ausstattung aus. Erfahrungsgemäß fragen Importeure zuerst nach dem Bildschirm und dann nach den Sitzen, daher hat Nissan die Technik sinnvollerweise in den Vordergrund gestellt. Die Beinfreiheit im Fond ist für diese Fahrzeugklasse wirklich großzügig. Normalerweise verbraucht ein Plug-in-Hybrid viel Platz im Fußraum, aber beim N6 bleibt die zweite Sitzreihe für drei Erwachsene nutzbar. Das ist der entscheidende Punkt. Das Armaturenbrett ist mit Soft-Touch-Oberflächen versehen. Die unteren Türverkleidungen sind zwar aus härterem Kunststoff, aber die Oberflächen, die man tatsächlich sieht, wirken deutlich hochwertiger, als der Preis vermuten lässt.
Ein richtiger Limousinenkofferraum, kein Schrägheck. Die breite Ladekante werden Sie spätestens beim Beladen von Messefahrzeugen zu schätzen wissen. Ehrlich gesagt, fällt Ihnen dieses Detail erst beim dritten oder vierten Mal auf. Die Zwei-Zonen-Klimaautomatik ist serienmäßig. Eine Kleinigkeit, aber Käufer bemerken die hinteren Lüftungsdüsen, und der N6 hat sie serienmäßig verbaut, ohne damit ein großes Aufhebens zu machen.
Antrieb und Fahrwerk
Folgendes ist wichtig: Der N6 ist ein Plug-in-Hybrid (PHEV), kein Reichweitenverlängerer. Er verfügt über einen Ladeanschluss und kann im Alltag rein elektrisch fahren. Da diese Begriffe oft verwechselt werden, erkläre ich es hier genauer.
Die rein elektrische Reichweite liegt im lokalen Testzyklus bei etwa 100 km. Für Firmenflotten im Stadtverkehr deckt das die meisten Pendelstrecken ab, bevor der Verbrennungsmotor überhaupt anspringt. Die Gesamtreichweite liegt deutlich über 1,000 km, wenn Tank und Batterie zusammenarbeiten. Kurz gesagt: Reichweitenangst ist hier kein Thema.
Ein Vierzylinder-Benzinmotor dient sowohl als Generator als auch als direkter Antrieb. Meiner Erfahrung nach ist der Übergang zwischen Elektro- und Hybridmodus so sanft, dass die Passagiere ihn kaum bemerken. Auf unebenen Straßen kann der Verbrauch natürlich abweichen. Konventionelles Frontantriebs-Chassis, MacPherson-Vorderachse, Torsions- oder Mehrlenker-Hinterachse. Genau darum geht es in dieser Preisklasse: bewährte Technik, kein Experiment. Die Bremsanlage kombiniert Rekuperation mit Bremsbelägen und ist auf Komfort statt Sportlichkeit ausgelegt. Das Bremspedal wird Ihnen mit der Zeit etwas weich vorkommen – Händler berichten jedoch von wenigen Beschwerden seitens der Kunden, daher brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen.
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